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Azubi-Fachtage

29.05.2026 |

Gewalt in der Pflege

Erstmals haben wir einen Fachtag zum Thema „Gewalt in der Pflege“ durchgeführt – ein Thema, das bei unseren Auszubildenden bereits im Vorfeld auf großes Interesse gestoßen ist. Ziel war es, für unterschiedliche Formen von Gewalt zu sensibilisieren, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und den offenen Austausch zu fördern.

Einstieg: Was ist eigentlich Gewalt?

Zu Beginn näherten wir uns dem Thema in Kleingruppen. Gemeinsam wurde diskutiert, welche Situationen bereits als Gewalt wahrgenommen werden und wo die Grenzen verlaufen. Schnell wurde deutlich, dass eine eindeutige Abgrenzung schwierig ist. Individuelle Prägungen, kulturelle Hintergründe und persönliche Erfahrungen beeinflussen die Wahrnehmung erheblich. Gewalt ist vielschichtig – und beginnt oft früher, als man denkt.

Fachlicher Input und Praxisbezug

Im Anschluss erhielten die Auszubildenden fundierten Input zu Gewaltformen, Ursachen und Hintergründen. Auch das hausinterne Gewaltkonzept wurde vorgestellt.

Ein besonderer Praxisbezug entstand durch den Beitrag von Frau Kurth, Gewaltbeauftragte im Haus am Weinbergsweg. Sie stellte ihre Arbeit vor und vermittelte anhand konkreter Beispiele, wie deeskalierende Kommunikation im Pflegealltag gelingen kann und zur Prävention von Gewalt beiträgt.

Lernen durch Erleben des Pflegealltags

Nach der Theorie wurden die Auszubildenden selbst aktiv. In Rollenspielen stellten sie typische Alltagssituationen aus der Pflege nach. Dabei analysierten sie, welche Formen von Gewalt vorliegen könnten, identifizierten Täter- und Opferrollen und entwickelten gemeinsam Lösungsstrategien. Dieser praxisnahe Ansatz ermöglichte ein tiefes Verständnis und förderte die Handlungssicherheit.

Perspektivwechsel mit „Pflege in Not“

Am Nachmittag begrüßten wir die Fachstelle „Pflege in Not“ aus Brandenburg. Neben der Vorstellung ihrer Arbeit und Unterstützungsangebote stand ein interaktives Format im Mittelpunkt. Verschiedene Situationen wurden vorgelesen und die Teilnehmenden positionierten sich im Raum – von „überhaupt nicht schlimm“ bis „geht gar nicht“.

Die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können und regten intensive Diskussionen an. Der Austausch stärkte das Verständnis füreinander und sensibilisierte für unterschiedliche Perspektiven.

Selbstfürsorge als wichtiger Baustein

Zum Abschluss erhielt jede*r Auszubildende eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer personalisierten Karte sowie einem Anti-Stressball. Nicht nur als eine Erinnerung an den Tag, sondern vor allem für die eigene Stressbewältigung und Selbstfürsorge im Pflegealltag.

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